Die Dudelsack Oma und der Fahnenträger Opa!

Jeden Morgen wiederholt sich das Ritual: Goldioma und Goldiopa frühstücken als erstes und warten dann an einem sechsstelligen Tisch auf die Zwuckfamilie. Sobald diese erscheint, übernehmen sie die viermonatige Zwuckine, damit der Zwuck und dessen Eltern frühstücken können. Überflüssig zu sagen, dass die letzteren wegen der Schlafunterbrechungen mal des einen mal des anderen Kindes geplagt wirken. Mutter Julia ungeschminkt und der Papa Alex unrasiert können vor dem ersten Kaffe nichts von sich geben als „wenig geschlafen“!

Die Goldies aber: obwohl am Vorabend bis ziemlich spät das Tanzbein geschwungen und Cocktails gebechert haben, drängen sich voller Tatendrang die Kids im Empfang zu nehmen.
Wie Goldioma die viermonatige Zwuckine hält und wie das Goldiopa tut, dazwischen liegen Welten! Bei Zwuckoma wird sie wie ein Dudelsack unter dem Arm gehalten. Da schaut Zwuckine wie ein Mini Kosmonaut in der schwerelosen Kabine aus, sie zappelt leicht mit den Füßen und ihre Pupillen werden größer! Doch obwohl unbequemer gehalten, scheint sie dabei Spass zu haben: Sie brabbelt ununterbrochen! Goldioma schreitet auf der Stelle in der Nähe des Tisches, sodass sie noch vom Teller der Nachspeisen auf ein Stück Baklava zugreifen kann. Oder auf das Handy Display schauen kann, ob sie von Mona, der 10 Jährigen Betreuerin vom heimgebliebenen Labrador Tommy eine Nachricht erhalten hat.

Wenn dann Goldiopa die kleine übernimmt, so liegt die eine Handfläche unter dem Popo, die andere unter ihrem Nacken! Sie wird dabei in die Höhe gehalten, während er wie ein stolzer Fahnenträger durch die in Reihen angeordneten Tische des Restaurants schreitet. Die Gesichter der an den Tischen sitzenden entspannen sich dabei. Ein Herr mit grauem Haar unterbricht sein Kauen und in seine Augen huscht ein Licht, eine Dame drückt zärtlich ihre kleine Zehen an ihr Gesicht. Nicht nur Gäste, sondern mal ein Kellner oder eine Putzfrau bleiben vor Zwuckine kurz stehen. 

Wovon kommt diese Faszination für ihr Töchterchen, fragt sich Julia, nun nach dem zweiten Kaffe ein bisschen munterer geworden. Sicher, in ihrem zarten Alter ist kein anderes Kind in der Ferienanlage! Außerdem inspiriert die Kleine die Urlauber geradzu, denn sie kennt noch kein Fremdeln und lächelt großzügig jeden an, ja die streckt sogar selbst ihre kleinen Finger in Richtung ihrer Bewunderer. 

Oder steckt mehr dahinter?
Vielleicht erweckt der Anblick von Zwuckine, wie eines jeden anderen Baby auf der Welt, ein in uns tiefliegendes Gemeinschaftsgefühl. Vielleicht hören wir
dabei einen unschuldigen aber herzwärmenden Ruf: schaut uns an, wir sind allen offen, allen zulächelnd. Werdet ihr Erwachsene auch so! Werdet Babys!

Hund und Kind und Weltatem!

„Sie haben zwei Schoko Labradore, oder?!“

Iulia spitzt die Ohren! Sie ist oben in der Küche von „Omaopa“ – wie Zwuck in einem einzigen Wort seine Großeltern nennt – im ersten Stock und gerade dabei sich ein Frühstück zuzubereiten. Sie hat Schinken, Käse und Milch von einem Feinkostgeschäft mitgebracht.

Denn, wenn sie den Kühlschrank bei ihrer Eltern öffnet – gähnende Leere!  Da stehen höchstens ein paar Joghurts und runzelige Karotten. Weiterlesen

Männer und Babys alleine…

Gastbeitrag Goldieopa
Als Iulia vom Arztbesuch zurückkam, vertippte sie sich zwei Mal beim Eingeben des Codes im Tordisplay der Wohnanlage.
Normal, ihr Herz pochte in der Brust. Denn als sie kaum eine Stunde davor ihren Papa gefragt hatte, ob er auf die zweieinhalbmonatige Tochter aufpassen kann, schaute er zu in der Wippe liegenden Zwuckine wie zu einer soeben erblickten, aus der Erde herausragenden Landmine:

„Und wenn sie weint?“

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Teil 9- DER KINDERWUNSCH UND ZWUCKIS GEBURT

Alex rief sofort seine Schwester Petzi an, um mich abzuholen, denn er selbst war gut 40 Minuten von mir entfernt. Er würde dann vor dem Krankenhaus auf mich warten.

Soweit so gut. Es vergingen die Minuten und von Petzi keine Spur. Das Sofa, auf dem ich mich befand, war zu diesem Zeitpunkt schon etwas bewässert worden und meine Nerven doch nicht mehr ganz so stark wie gewohnt.

Endlich kam Petzi an und wir mussten uns durch den Abendverkehr auf die Tangente quälen.

Es staute sich gewaltig, Petzi und ich nahmen es allerdings mit Humor, was blieb uns auch anderes übrig. Ich war zu diesem Zeitpunkt übrigens noch immer der Überzeugung, dass es sich hierbei um ein kleines Missverständnis handeln würde. Denn von Wehen oder Schmerzen war keine Spur.

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